Teams und Kultur im Büro

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Es ist in den letzten Jahren in Mode gekommen, dass Menschen unbedingt in unmittelbarer Nähe zueinander arbeiten müssen. Jede Wand, die Mitarbeiter trennen könnte, wird entfernt. Großraumbüros, in denen alle zusammensitzen sind Stand der Dinge – obwohl Großraumbüro nicht immer bedeutet, dass der Raum auch groß ist.

Großraumbüros sind nicht automatisch groß (genug)!

Ich bin der festen Meinung, dass  Großraumbüros nicht immer die richtige Wahl sind und ein differenzierter Ansatz sinnvoll ist. Ich kann aus meiner Erfahrung heraus nur einen recht eingeschränkten Bereich betrachten: IT Projektarbeit. Die Tätigkeiten in der IT sind sehr weit gefächert und es findet sehr viel Kopfarbeit statt. Und für Kopfarbeit brauchen Mitarbeiter Ruhe. Ruhe vor Vorgesetzten und Ruhe vor dem Grundrauschen in Großraumbüros.  Der Zusammenhang zwischen der Qualität der geleisteten Arbeit und der Geräuschkulisse ist nachgewiesen:

 

Ein deutliche Leistungsabfall und Produktionsverluste sind bei Werten zwischen 50 und 60 Dezibel nachgewiesen. Das ist die Lautstärke eines normalen Gesprächs – etwas in einem Großraumbüro.

 

Für alle Chefs, Leiter und das Management sei gesagt, dass es auch mit Wertschätzung eines Mitarbeiters zu tun hat, wenn ich diesem Ruhe gönne für das, was ich als Gegenleistung für das Gehalt erwarte: „Leistung“ und Problemlösungen. Das gilt für mich sowohl für die „Linie“ als auch für Projekte. Ein Projekt wird nicht per se besser gelingen, wenn möglichst viele Störungen auftreten oder alle Team Mitglieder im gleichen Raum arbeiten.

 

Wen man bei der Arbeit in seiner Ruhe stören kann, der macht Arbeit, die man nicht wertschätzt. Es ist Handlangerarbeit, während die „wichtige“ Arbeit vom leitenden Angestellten im Einzelbüro erledigt wird.

 

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Eine funktionierende Teamkultur verträgt Unterschiede! 😉

Natürlich zeichnet sich die IT Welt auch durch Zusammenarbeit und Teamarbeit aus! Bei derart vielen Verzweigungen und sich stetig erweiternden Möglichkeiten kann es nur gut sein, wenn die Teams und Mitarbeiter untereinander austauschen können.

Dies kann neben der klassischen Kaffeemaschine eben auch im Büro sein. Doch was ist dann mit den Mitarbeitern, die gerade angestrengt nachdenken, um die Lösung für ein Problem zu finden?

Unter der Vorraussetzung, dass ein Unternehmen die Möglichkeit hat, die Vorraussetzungen für ein angenehmes und gute Ergebnisse förderndes Umfeld zu schaffen, wünsche ich mir mehr Flexibilität. In einem Raum mit 8 Personen, von denen 3 gerade angeregt einen neuen innovativen Ansatz diskutieren und 2 an einer Telefonkonferenz teilnehmen,  können 3 andere nicht konzentriert an ihren Aufgaben arbeiten.

Die Leute sollen nicht denken – die sollen gefälligst ihre Arbeit machen!

 

Bitte mehr Flexibilität

Natürlich bin ich für Kommunikation und den Austausch untereinander. Und auch Großraumbüros müssen nicht zwingend schädlich sein für ein Team.  Ich denke es kommt wie immer darauf an. Ist die Raumgröße groß genug, so dass es nicht zu beengt ist? Werden Möglichkeiten genutzt Nachhall Effekte zu dämpfen? Wird auf eine angenehme Atmosphäre im Raum geachtet?

Es geht nicht um Arbeitsplätze. Es gehe, sagt Cohn, „um eine Infrastruktur für die Wissensarbeit. Die neue Arbeit besteht nun mal aus konzentrierter Arbeit, dann wieder aus Austausch und Gesprächen.

Im Optimalfall gibt es Räume, die eher an Co-Working Space erinnern mit viel Platz zum „Ideen entwickeln“ und eher kleinere Räume, in denen vielleicht 2-3 Teammitglieder ungestört arbeiten können. Neben akustischen Massnahmen sollte auch die Wirkung optischer Trennet nicht unterschätzt werden. Alles was ich im Augenwinkel mitbekomme „stört“ mich sehr wahrscheinlich auch in meiner Arbeit, weil es mich doch kurz ablenkt. Wenn ich es nicht sehe/nicht wahrnehme ist das eher unwahrscheinlich.

Ich würde mich freuen Eure Meinung zu erfahren. Gerne als Kommentar oder auch im neuen Fragen Modul von openPM!

 

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