Servant Leadership – Führen ohne Positionsmacht

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Eine Session auf dem PM Camp in Berlin hatte genau diesen Titel und wurde von Christian Peters initiiert. Der Führungsbegriff wurde wir folgt definiert: „(allgegenwärtige) soziale Interaktion und intendierte Verhaltensbeeinflussung“.
Führung kann durch formale Besetzung einer Führungsposition durch einen Mitarbeiter geschehen, aber eben auch indirekt (informal) durch z.B. eine graue Eminenz, bzw. Experten. In der Session ist mir die graue Eminenz etwas zu negativ weggekommen.

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Leadership durch graue Eminenzen sind gut für ein Team

Für mich ist eine graue Eminenz ein Mitarbeiter, der lange für ein Unternehmen arbeitet und viel Know-How und Erfahrung gesammelt hat. Er stellt sich selber nicht in den Mittelpunkt. In diesen Mitarbeitern steckt aus meiner Sicht ein enormes Potential, um die Führung in Projektteams zu unterstützen.

  • Durch die lange Zugehörigkeit kennen diese Eminenzen sich bestens in den bestehenden Systemen und gelebten Prozessen aus.
  • Sie haben bereits viele Phasen des Unternehmens miterlebt und reagieren gelassener in kritischen Situationen.
  • Sie wissen wie „der Hase läuft“ – halten oft mehr aus und können Erfahrungen weitergeben.
  • Langjährige Mitarbeiter können auch als erste Anlaufstelle und Vertrauensperson Konflikte im Team lösen.
  • (…)

Zusätzlich zu den genannten Punkten sehe ich noch einen weiteren, der im Zusammenhang mit der Session „Agiles Lernen“ vom PM Camp steht. Hier stand die Frage im Raum, wie neue Mitarbeiter eingeführt werden können und deren Lernprozess gestaltet werden kann. Aus meiner Sicht können erfahrene Mitarbeiter für neue Mitarbeiter als Mentor agieren und so den Einstiegs-/Lernprozess in den ersten Monaten stark unterstützen.

Sicherlich bildet sich hier auch eine „unsichtbare/indirekte“ Hierarchie heraus, die zum negativen wirken kann. Es besteht aber kein kausaler Zusammenhang! Ich denke mit genügend aktivem „Kümmern“ der „oberen Etage“ profitiert sowohl das Team als auch die formalen Führungspersönlichkeiten von den grauen Eminenzen.

Kümmert Euch um Eure Mitarbeiter und Teams

Für mich spricht also vieles dafür, dass Unternehmen dafür sorgen sollten, dass in Ihren Teams immer genügend graue Eminenzen mitarbeiten, die wissen, wie der Hase läuft und dem Team Stabilität geben können. Der Vergleich mit Fußballmannschaften hinkt vielleicht etwas, aber ich denke jede erfolgreiche Mannschaft besteht aus einer Mischung, zu der eben auch erfahrene Spieler gehören.

Jetzt gibt es sicherlich nicht nur top-motivierte graue Eminenzen, die dem Team helfen. Vielerorts sind gerade die erfahrenen Mitarbeiter die Nörgler, die Meckerer und Blockierer. Aber warum ist das so? Warum wird aus einem ehemals motivierten Mitarbeiter ein (neudeutsch/denglish) Underperformer? Was kann Führung dagegen tun? Welche Zutaten sind notwendig, damit Teams und Mitarbeiter dauerhaft erfolgreich zusammenarbeiten? Gibt es für erfolgreiche Teams eine Halbwertszeit? Das wäre vielleicht ein Thema für einen weiteren Blogartikel…

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Foto: Das Artikelbild wurde von Parker Knight unter dem Titel “The Wave“ auf Flickr unter einer Creative Commons CC BY 2.0 Lizenz veröffentlicht.

 

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